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Der Lehrbereich Meyen steht für qualitative Methoden und theoretisch-historisches Arbeiten.
Dieses Profil gilt für ganz unterschiedliche Themen (Mediennutzung und Medienpolitik, Journalismus und PR, Öffentlichkeit und Internet, Medialisierung, Institutsgeschichte sowie das Fach "an sich") und zielt vor allem auf Studierende, die eine Kommunikationswissenschaft jenseits von Datenanalyse und Theorien mittlerer Reichweite suchen. Wichtigstes Lehrbereichsprojekt ist im Moment ein Lehrbuch zur qualitativen Forschung im Fach, das die Erfahrungen verarbeitet, die in zahllosen studentischen Projekten gesammelt wurden.
Die konkreten Untersuchungsgegenstände werden jeweils durch die Forschungsinteressen der Mitarbeiter bestimmt. Dr. Maria Löblich untersucht im Moment vor allem Internet- und Medienpolitik und fragt nach Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen, Netzwerken sowie Ideen in der Regulierung von Bürgermedien. Dieser letzte Punkt ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Dr. Claudia Riesmeyer, die sich außerdem mit mobiler Kommunikation beschäftigt, mit PR und mit den Karrieren von Professorinnen in der Kommunikationswissenschaft (sozusagen in Vorbereitung auf künftige Aufgaben). Ihre Stelle wird aus Studienbeiträgen bezahlt. Frau Riesmeyer koordiniert den BA-Studiengang und betreut ehrenamtlich (also nach Feierabend) die Buchredaktion der Fachzeitschrift Publizistik. Während Anke Fiedler (DDR-Zentralorgane) und Thomas Wiedemann (Walter Hagemann) ihre Dissertation noch schreiben müssen, haben Senta Pfaff-Rüdiger ("Leseknick" bei Teenagern) und Manuel Wendelin (Öffentlichkeitstheorie im Kontext) die Disputation gerade hinter sich und beginnen jetzt mit der Suche nach einem Thema für eine Habilitation. Bereits fündig geworden ist hier Andreas Scheu, der im Juli seine Dissertation zu den "Erben Adornos" in der Kommunikationswissenschaft erfolgreich verteidigt hat und ab August bei Bernd Blöbaum in Münster ein Projekt über den Einfluss von Medien auf die Governance von Wissenschaft koordiniert.
Da akademische Lehre kaum ohne Forschung vorstellbar ist und da die Studierenden für (in der Regel schlecht ausgestattete) kommunikationswissenschaftliche Institute eine wichtige Ressource sind (als Interviewer und Codierer, aber auch und vor allem als Ideengeber sowie als Resonanzboden), spiegeln sich die thematischen Interessen in den Seminar-Angeboten aus dem Lehrbereich. Dies gilt neben den Habilitationsvorhaben besonders für die beiden Projekte, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert werden:
Für eine Abschlussarbeit (Bachelor, Master) eignen sich vor allem Themen, die sich einem der genannten Schwerpunkte zuordnen lassen oder die aus einer Lehrveranstaltung hervorgegangen sind, die von Meyen, Löblich, Riesmeyer, Pfaff-Rüdiger, Wendelin, Wiedemann oder Fiedler geleitet wurde. In jedem Fall empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt zu suchen. Auch wer ein Dissertationsprojekt sucht, meldet dies am besten selbst. Optimal sind hier natürlich Mitarbeiterstellen oder Stipendien, es gibt am Lehrbereich aber auch viele Doktoranden, die (teilweise sogar in Vollzeit) "richtig" arbeiten. Solche Promotionen "von außen" haben mehrere Vorteile: Man hält Kontakt zu Universität und Lehrbereich (auch über Doktorandenseminare), eröffnet sich eine Karriereoption und kann vor allem ein Thema so intensiv bearbeiten wie sonst nirgendwo.
Forschungsprojekte