Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW)
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Themendynamik in der Internetöffentlichkeit

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Projekttitel: Themendynamik in der Internetöffentlichkeit – Wort-, Netzwerk- und Inhaltsanalyse aktueller Themen auf Twitter
Projektleiter für das Münchener Teilprojekt: Prof. Dr. Christoph Neuberger
Projektmitarbeiterin: Sanja Kapidzic

Projektförderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektpartner: Prof. Dr. Stefan Stieglitz (Informatik, Universität Duisburg-Essen)

Ziel des Projekts:
Social Media im Internet (wie Twitter, Facebook, Youtube und Weblogs) haben die Beteiligung an der öffentlichen Kommunikation für Bürger, Konsumenten, politische Organisationen und Unternehmen erheblich vereinfacht und erweitert. Im Unterschied zu den traditionellen Massenmedien wird öffentliche Kommunikation im Internet nicht zentral durch journalistische „Gatekeeper“ vermittelt. Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik verfolgen das gemeinsame Ziel, Akteure, Strukturen und Prozesse der öffentlichen Kommunikation in Social Media zu analysieren. Untersucht werden soll die Themendynamik am Beispiel des Microblogging-Dienstes Twitter. Mit „Themendynamik“ ist die Verbreitung und Behandlung eines Themas gemeint, für deren wissenschaftliche Beobachtung die Transparenz und Netzwerkstruktur des Internets günstige Voraussetzungen bieten. Für die Analyse der Themendynamik stehen weder ein ausgearbeiteter theoretischer Ansatz noch geeignete Methoden und Instrumente (wie Analysesoftware) zur Verfügung. Den Theoriehintergrund bilden Agenda-Setting, Diffusion und soziale Netzwerkanalyse. Im Projekt wird eine Kombination aus einer automatisierten Netzwerk- und Wortanalyse sowie einer relational angelegten Inhaltsanalyse angewendet. Damit sollen in Themenbereichen „aufkeimende“ Einzelthemen und ihre Karieren verfolgt werden. Daraus sollen u.a. Erkenntnisse über Partizipation, die Umgehung des Journalismus, den Grad der Fragmentierung und die Möglichkeit, auf Themenverläufe Einfluss zu nehmen (Issues Management), gewonnen werden. Im zweiten Projektabschnitt wird der Frage der Spill-Over-Effekte, des „Hinüberschwappens“ von Themen von einem Bereich öffentlicher Kommunikation in einen anderen, nachgegangen. Dafür wird die Untersuchung über Twitter hinaus auf professionell-journalistische Websites ausgedehnt. Themen von professionell-journalistischen Websites werden häufig in Social Media aufgegriffen und auch Social Media findet in der journalistischen Recherche große Beachtung. Zudem bilden professionell-journalistische Websites strukturell den Gegenpol zum offenen, dezentral organisierten Twitter. Eine Inhaltsanalyse der auf journalistischen Websites veröffentlichten Artikel soll Aufschluss über den Umfang und die Art der Referenzierung von Twitter geben. Im Projekt soll außerdem mit Hilfe von Sentiment und Wortanalysen die Rolle struktureller Merkmale auf die Informationsdiffusion vergleichend zwischen Twitter und professionell-journalistischen Websites betrachtet werden.

Laufzeit: August 2012 bis März 2017


Kontakt:

Prof. Dr. Christoph Neuberger
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Telefon: +49 89 2180-9424
E-Mail: neuberger@ifkw.lmu.de
http://www.ifkw.uni-muenchen.de/lehrbereiche/neuberger/index.html