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Studienbeiträge: Erste Bilanz

Die mittlerweile in fünf Bundesländern eingeführten Studiengebühren zahlen sich aus der Sicht der Studierenden nicht aus. Das jedenfalls geht aus dem "Gebührenkompass" der Universität Hohenheim hervor. Der Umfrage zufolge konnten lediglich 14,8 Prozent der Studierenden bereits im Sommersemester spürbare Verbesserungen der Lernbedingungen an ihrer Hochschule feststellen. 71,2 Prozent gingen dagegen davon aus, dass es trotz Geldbeiträgen zu keiner positiven Veränderung kommt. 60 Prozent der zahlenden Studierenden lehnen die Gebühren weiterhin ab. 33,6 Prozent fühlen sich außerdem nur unzureichend über die Verwendung ihrer Zahlungen informiert. Für den "Gebührenkompass" wurden knapp 5.000 Studierende an 48 Hochschulen befragt. Die größte Unzufriedenheit über die Gebühren herrscht den Ergebnissen zufolge in Hamburg. Höhere Zustimmungswerte erhalten die Gebühren dagegen in Baden-Württemberg und Bayern. Wenn das kein Anlass ist, am IfKW aus Institutssicht eine erste vorsichtige Bilanz zum Thema Studiengebühren zu ziehen!

Wenn sich in der Umfrage 33,6 Prozent der Studierenden nur unzureichend über die Verwendung ihrer Zahlungen informiert fühlen, dann nehmen wir das zunächst einmal zum Anlass, (noch einmal!) zu erläutern, wofür am IfKW bisher die bei uns eingegangenen Studiengebühren (ca. 40% des gesamten Gebührenaufkommens der KW-Studierenden) eingesetzt werden. Weiterführende Informationen allgemeiner Art zu Studiengebühren an der LMU finden Sie unter

http://www.lmu.de/studium/administratives/gebuehr/studiengebuehren/index.html

Die Gebührensatzung der LMU (pdf, 26 KB)

Wir haben aus den uns zugeflossenen Mitteln in Höhe von € 153.900,-- vor allem zwei Maßnahmen umgesetzt, die uns als am dringlichsten erschienen: (1) Die Öffnungszeiten der Bibliothek wurden im Rahmen der finanziellen Mittel verlängert und (2) wir haben zwei volle und drei halbe Stellen neu geschaffen, mit denen die Betreuungs- und Studiensituation unserer diversen Studierendengruppen deutlich verbessert werden.

Das Aufgabenportfolio dieser Stellen betrifft ausschließlich Tätigkeiten, die der Verbesserung von Studium und Lehre dienen. Die betreffenden Stelleninhaber dürfen explizit während ihrer Arbeitszeit keine eigenen Weiterqualifikationsprojekte verfolgen und keine Aufgaben übernehmen, die an den Arbeits- und Lehrbereichen anfallen, denen sie zugeordnet sind. Beginnen wir zunächst mit dem Bachelor-Studiengang und seiner Koordinatorin Dr. Claudia Riesmeyer (volle Stelle). Sie ist seit April 2007 zentrale Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um den BA Kommunikationswissenschaft. Davon haben viele von Ihnen auch bereits intensiv profitiert, wie ich aus etlichen Gesprächen mit Kommilitoninnen weiß. Dr. Riesmeyer arbeitet außerdem an der anstehenden B.A.-Reform mit und bringt dabei ihre Erfahrungen aus der Studierendenberatung mit in die betreffende Arbeitsgruppe ein. Sie bietet spezielle Beratungsangebote für B.A.-Studierende an, wirkt aktiv im Prüfungsausschuss mit, wo sie unter anderem zielgenau und zeitnah studentische Anträge und Anliegen an den Ausschuss vorbereitet. Im Wintersemester wird sie vor allem die Einführungsveranstaltungen für Erstsemester intensivieren und verbessern helfen. Dabei wird sie unterstützt von Andreas Scheu M.A. und Veronika Karnowski M.A. (jeweils halbe Stelle). Andreas Scheu ist der zentrale Ansprechpartner speziell für die Studierenden der Medieninformatik und macht in diesem Bereich ab kommendem Wintersemester auch neue Lehr- und Übungsangebote. Veronika Karnowski hat speziell die KW-Nebenfachstudierenden im Blick und berät zielgenau bei den dísziplinär zum Teil sehr unterschiedlichen Belangen.

Die Koordinatorin für den Master-Studiengang und damit Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um den MA Kommunikationswissenschaft ist Dr. Karin Knop (volle Stelle). Sie arbeitet derzeit an Konzepten zur Verbesserung der Einführungsveranstaltungen und Informationen für Master-Studierende –– vor allem für solche, die ihren ersten Studienabschluss nicht am IfKW gemacht haben. Zu Beginn des Sommersemesters gab es bereits eine solche zentrale Informationsveranstaltung. Auch Dr. Knop wirkt aktiv im entsprechenden Prüfungsausschuss mit und trägt durch ihre kontinuierliche und große Beratungsnähe zu den Studierenden zur Optimierung der Arbeit des Ausschusses bei. Dr. Knop hat außerdem gerade das Eignungsfeststellungsverfahren für den nächsten Master-Jahrgang organisiert und stand dabei den zahlreichen externen und internen BewerberInnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Das gilt auch für die Nachbereitung des Verfahrens, wenn z.B. abgelehnte Bewerberinnen Informations- und Beratungsbedarf haben oder angenommene genauer wissen wollen, was denn jetzt die nächsten Schritte sind bis zur Aufnahme des Studiums im Oktober. Petra Pfannes M.A. (halbe Stelle) schließlich wurde ebenfalls im April 2007 neu eingestellt. Sie unterstützt Dr. Markus Behmer bei der Betreuung ausländischer Studierender und jener IfKW-StudentInnen, die ein Auslandssemester oder -Jahr planen.  Außerdem wirkt sie wie auch Frau Karnovski und Herr Scheu im Wintersemester intensiv an der Verbesserung der Einführungsveranstaltungen im Bereich Propädeutikum (Pflichtkurse) mit. Der Beratungs-, Betreuungs- und Übungsbedarf speziell in diesem Bereich der Lehre ist traditionell sehr hoch und konnte bisher aufgrund der extrem engen Personaldecke (Stichwort „kapazitätsrelevante Lehrdeputate“) nur suboptimal bewerkstelligt werden. Hier wird es für die Erstsemester eine spürbare Verbesserung geben.

Das neue Team – allen voran Dr. Knop und Dr. Riesmeyer – leistet unserer Überzeugung nach hervorragende Arbeit. Besonders beeindruckt sind wir von der Tatsache, dass ja außer Frau Karnowski alle Stelleninhaber nicht aus dem IfKW-Kontext kommen und es trotzdem geschafft haben, sich in denkbar kürzester Zeit (drei Monate!) nicht nur in die überaus komplexen Untiefen von Bachelor- und Masterlabyrinthen einzuarbeiten, sondern dabei auch schon für jedermann klar sichtbare und spürbare Optimierungsprozesse eingeleitet und umgesetzt zu haben. Das ist keineswegs selbstverständlich! Wir sehen aber auch, dass es durchaus noch Optimierungspotential gibt – getreu dem Motto „es gibt nichts was man nicht noch besser machen könnte“. Wir bitten unsere Studierenden aber um Verständnis dafür, dass neuen Mitarbeitern immer auch eine Einarbeitungszeit zugestanden werden muss. Dabei kann es in der Anfangsphase durchaus auch zu Situationen kommen, in denen Fehler gemacht werden. Das ist absolut normal und bietet keinen Anlass zur Sorge!

Wir haben aber auch festgestellt, dass die zahlreichen Informationen, die wir im Zusammenhang mit der Einführung von Studiengebühren und den neuen Stellen über unsere Homepage kommuniziert haben, von Ihnen, unseren Studierenden, nicht wahrgenommen wurden. Haben wir die falschen Kommunikationskanäle bedient? Auch hierüber werden wir noch mal nachdenken. Aber: Wir wollen die Studierenden auch dazu auffordern, nicht so passiv wie bisher zu sein und aktiver nachzufragen, wenn Sie denn Fragen haben. Warten Sie nicht erst, bis das Semester vorbei ist, um festzustellen, dass wichtige Informationen an Ihnen vorbei gegangen sind. Kontaktieren Sie uns und vor allem die Koordinatorinnen des B.A.- und des Masterstudiengangs regelmäßig und geben Sie so Feedback, damit wir noch besser werden können.

Wir sind davon überzeugt, dass die Verbesserungen in der Lehre, die die Studiengebühren bringen sollen, am IfKW auch für die Studierenden spürbar sind – vor allem auch für die jeweiligen Studienanfänger. Wenn uns dieser Eindruck trügen sollte, nehmen Sie Kontakt mit uns oder der Fachschaft auf, damit wir Ursachenforschung betreiben können. Mehr als die beschriebenen Maßnahmen ist mit dem o.g. Budget zunächst einmal nicht machbar. Wenn demnächst weitere Mittelzuweisungen kommen, werden weiterführende Konzepte erarbeitet – auch unter Einbindung des Feedbacks der Fachschaft. Die Verwendung der Mittel ist aber gesetzlich genau geregelt und erlaubt nicht alles, was sich die Studierenden zuweilen wünschen: Heiße Sommer mögen den Einbau einer Klimaanlage in der Oettingenstrasse als sinnvoll erscheinen lassen –– denn kühle Köpfe lehren, lernen und studieren besser. Gebührenmittel dürfen wir dafür aber natürlich nicht verwenden.

Prof. Dr. Romy Fröhlich

 

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