
In meiner ersten Bilanz 2007 zur Einführung von Studienbeiträge in Deutschland schrieb ich: „Die mittlerweile in fünf Bundesländern eingeführten Studienbeiträge zahlen sich aus der Sicht der Studierenden nicht aus. Das jedenfalls geht aus dem "Gebührenkompass" der Universität Hohenheim hervor. Mittlerweile ist der zweite "Gebührenkompass" erschienen, eine Befragung Studiengebühren zahlender Studierender in Deutschland (n = 6100 Studierende an 54 Universitäten). Die neueste Studie belegt: Die Akzeptanz der Gebühren bei den Studierenden ist weiter gesunken; 70 Prozent der Befragten plädieren laut Umfrage für eine sofortige Abschaffung nach dem Vorbild Hessens. Wenig erfreulich ist es, dass die LMU bei der Umfrage nicht sehr gut wegkommt.
Die Umfrage hat aber auch einen interessanten und hoch plausiblen Zusammenhang offengelegt: "Dort, wo die Studenten sich über die Verwendung ausreichend informiert fühlen, sind sie deutlich zufriedener", sagt Markus Voeth, wissenschaftlicher Leiter der zweiten Gebührenkompass-Studie. Die Gruppe der informierten Befragten weist einen durchschnittlichen Zufriedenheitswert von 2,98 auf, die Gruppe der nicht informierten hingegen von 4,82. Wenn das kein Grund dafür ist, über die weitere Verwendung des Gebührenaufkommens am IfKW zu informieren – ganz abgesehen davon, dass Studiengebühren zahlenden KommilitonInnen aus unserer Sicht ohnehin einen Anspruch darauf haben, zu erfahren, was mit „ihrem“ Geld passiert! Zunächst einmal muss man wissen, dass nur 40% des gesamten Gebührenaufkommens der KW-Studierenden dem Institut auch tatsächlich zur Verfügung stehen. Wie die restlichen 60% verausgabt werden, darüber informiert §7 der entsprechenden LMU-Satzung. Diese Satzung der LMU als PDF-Download (107 KB).
Die IfKW-Kommission zur Verwendung der Studienbeiträge, in der auch die Studierenden vertreten sind, hat aus den uns zugeflossenen Mitteln bisher vor allem drei Maßnahmen beschlossen und umgesetzt: (1) Die Öffnungszeiten der Bibliothek und der CIP-Räume wurden im Rahmen der finanziellen Mittel mehrfach verlängert, (2) die Tutorien zur Unterstützung der Studierenden bei der Anfertigung von Studienleistungen (z.B. Referate, schriftliche Hausarbeiten, angeleitete Lerngruppen für Klausuren usw.) wurden ausgeweitet und (2) wir haben zwei volle und drei halbe Stellen neu geschaffen, mit denen die Betreuungs- und Studiensituation unserer diversen Studierendengruppen deutlich verbessert wurde. Das Aufgabenportfolio dieser Stellen betrifft ausschließlich Tätigkeiten, die der Verbesserung von Studium und Lehre dienen. Die jeweiligen StelleninhaberInnen dürfen explizit während ihrer Arbeitszeit keine eigenen Weiterqualifikationsprojekte verfolgen oder Aufgaben übernehmen, die an den Arbeits- und Lehrbereichen anfallen, denen sie zugeordnet sind.
Seit April dieses Jahres ist in diesem Bereich eine weitere volle Stelle hinzugekommen. Diese dritte volle Koordinatorenstelle übernimmt prioritär die Information und Betreuung aller Nebenfachstudierenden sowie der MedieninformatikerInnen. Darüber hinaus hat diese Stelle die Verantwortung für den Aufbau und die Organisation eines sogenannten Career-Centers. Mit diesem Career-Center wollen wir ein kontinuierliches, funktionierendes und professionell betreutes Bindeglied schaffen zwischen der akademischen Ausbildung bei uns und dem Arbeitsmarkt, für den wir ausbilden. Im Career-Center werden z.B. Stellen- und Praktikumsangebote gebündelt und für eine zielgerichtete Informationsrecherche aufbereitet (Adressenrecherche, grundlegende Infos über Praktikumsanbieter und konkrete Praktikumsangebote, Stellenbörse, BewerberInnendatenbank mit anonymisierten individuellen BewerberInnenprofilen usw.). Mittelfristig sollen über dieses Center auch extra Qualifikationsangebote jenseits des Curriculums realisiert werden, mit denen sich unsere Studierenden besser auf klassische Schlüsselqualifikationen im Berufsleben vorbereiten können. Nicht zuletzt wird das Career-Center auch die Alumni-Arbeit des Instituts professionalisieren.
Mit der dritten vollen Stelle erhöhen sich die Ausgaben für Personal zur Verbesserung von Studium und Lehre. Die folgende Übersicht informiert über den aktuellen Stand des aus Studienbeiträge finanzierten Personals.
| MitarbeiterInnen | Stellenumfang | Stellenprofil |
|
Veronika Karnowski M.A. |
ganze Stelle |
Studiengangskoordinatorin „Nebenfächer“ (z.B. Studienberatung NebenfächlerInnen & Medieninformatik) sowie Aufbau und Organisation Career-Center |
|
Dr. Karin Knop |
ganze Stelle |
Studiengangskoordinatorin „Master of Arts“ (z. B. Fachstudienberatung, Organisation des Eignungsfeststellungsverfahrens, Beratung der Studierenden in Angelegenheiten des Prüfungsausschusses, Lehrkoordination, Prüfungsorganisation, Außendarstellung des Studiengangs) |
|
Dr. Claudia Riesmeyer |
ganze Stelle |
Studiengangskoordinatorin „Bachelor of Arts“ (z. B. Fachstudienberatung, Nebenfachberatung für KW-Studierende im Hauptfach, Beratung der Studierenden in Angelegenheiten des Prüfungsausschusses, Lehrkoordination, Prüfungsorganisation, Außendarstellung des Studiengangs, Reform des Bachelor-Studiengang) |
|
Petra Pfannes M.A. |
halbe Stelle |
Studienberatung ausländischer Studierende & Auslandsstudium inkl. ERASMUS-Programm |
|
Andreas Scheu M.A. |
halbe Stelle |
Organisation/Koordination/Konzeption schriftlicher Informationsmaterialien für Studierende wie z.B. „[ii] – ifkw inside“ |
|
Dipl. Journ. Nina Springer |
halbe Stelle |
Organisation/Durchführung/vergleichende Auswertung/Kommunikation von Studierenden- und Absolventenbefragungen am IfKW zur kontinuierlichen Optimierung der Studienbedingungen |
Alle sechs StelleninhaberInnen wirken außerdem speziell in jenen Bereichen der Lehre mit, die die Studierfähigkeit der Studentinnen und Studenten verbessern soll (vertiefende und umfassendere propädeutische Angebote, Zusatzangebote zur besseren Verbindung von Theorie und Praxis, Bereitstellung und Betreuung von E-learning-Angeboten, zusätzliche allg. Informationsveranstaltungen usw.). Zur Verbesserung ihrer Arbeit erhalten diese Stellen außerdem ab sofort eine feste Sachmittelpauschale (Materialkosten wie erhöhter Papier-, Kopier-, Druck-, Telefon- und Portobedarf). Damit können die MitarbeiterInnen z.B. in deutlich besserem Ausmaß wie bisher Materialien für die Studienberatung zur Verfügung stellen oder auch anderweitige sachmittelintensive Formen der Studienberatung anbieten wie z.B. kompakte Informationsflyer und deren Versand.
Die studentischen Mitglieder der Kommission zur Verwendung der Studienbeiträge am IfKW haben erneut bestätigt, dass die Verbesserungen in Studium und Lehre durch den Einsatz von Studienbeiträgen am IfKW für die Studierenden auch tatsächlich spürbar sind –– für Studienanfänger und für „alte Hasen“ gleichermaßen. Dazu hat auch die Ausweitung des Angebots von Tutorien beigetragen. Und auch für jene, die sich im Vorfeld einer Studienentscheidung umfassend informieren wollen über das Angebot am IfKW, hat sich viel verbessert. Für die Verwendung weiterer Mittelzuweisungen haben wir in enger Absprache mit den studentischen Vertreterinnen und Vertretern deshalb folgende weitere Maßnahmen beschlossen:
Studienbeiträge sind auch für Lehraufträge aus der Praxis vorgesehen – zum Beispiel das zum Wintersemester 2008/09 startende „Praxiskolloquium Kommunikationswissenschaft“. Durch die Anhebung der Honorierung erhoffen wir uns weiter Qualitätsverbesserungen in der Lehre. Zugleich wurde beschlossen, die Lehre der externen Lehrbeauftragten zunächst auf freiwilliger Basis und ab WS 2008/09 verpflichtend der üblichen Lehrevaluation durch Studierende zu unterziehen.
Weitere Mittel sind für die Verbesserung der durch Studierende genutzten EDV am Institut vorgesehen. Damit können nun über die normale „Grundausstattung“ hinaus rasche Softwareaktualisierungen und Ersatzbeschaffungen von Geräten realisiert werden. Weitere Gelder werden einmalig für die Verbesserungen der räumlichen Gegebenheiten des CIP1 bereitgestellt. Die Studierenden haben uns davon überzeugt, dass diese Maßnahmen sinnvoll sind.
Auch die Verbesserung unserer Bibliotheksbestände an Fachzeitschriften wird weiter verfolgt: Hier sollen mit zusätzlichen Mitteln nun vor allem auch der Online-Volltextzugriff und die Downloadfähigkeit deutlich verbessert werden. Den Studierenden werden so nach Abschluss der Ausbaumaßnahmen ab Anfang 2009 noch mehr nationale und internationale Fachartikel bequem übers Internet zugänglich gemacht.
Die Kommission zur Verwendung der Studienbeiträge hat außerdem die Wartung und Pflege der „Laborräume“ am IfKW (Telefonstudio, Gruppendiskussionsraum, Teststudio) beschlossen. Die in letzter Zeit erfreulich gestiegene Nutzung der Labore durch Studierende hat hier zu einer klaren Bedarfserhöhung geführt. Das gilt auch für den konkreten Gerätepool, für den sich ein erhöhter Ersatzbeschaffungs- und Reparaturbedarf ergibt. Eine studentische Hilfskraft soll außerdem für eine bessere Koordination der Belegungspläne sorgen, im Hinblick auf die nächsten Nutzer Technikrücksetzungen vornehmen usw. und so die reibungslose Nutzung der Labore optimieren helfen.
Last but not least wird die Arbeit der Fachschaft in Zukunft finanziell unterstützt. Eine funktionierende Studierendenvertretung ist sehr wichtig; gleichzeitig aber hat unsere Fachschaft Nachwuchssorgen: Die hohe Studienbelastung in den neuen Studiengängen Bachelor und Master erschweren ein Engagement in der Fachschaft. Da auch dort viel wichtige Beratungsleistung erbracht wird (explizit und speziell mit dem sehr berechtigten Blick auf die Dinge aus studentischer Perspektive!), wird die Fachschaft deshalb in Zukunft einen Druckkostenzuschuss zu ihrer Informationsbroschüre für Erstsemester „Kommunikater“ in Höhe von € 400/jährlich erhalten. Außerdem werden wir die Räume der Fachschaft grundlegend renovieren lassen und für eine adäquatere Möblierung sorgen.
Prof. Dr. Romy Fröhlich
Institutsvorstand