Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW)
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Antrittsvorlesungen von Diana Rieger und Constanze Rossmann

Am 21. Juli 2022 fanden die Antrittsvorlesungen der neuen Lehrstuhlinhaberinnen Prof. Dr. Diana Rieger und Prof. Dr. Constanze Rossmann statt. Die Vorlesungen sind über LMU Cast abrufbar.

08.08.2022

Am 21. Juli 2022 fanden die Antrittsvorlesungen der neuen Lehrstuhlinhaberinnen Prof. Dr. Diana Rieger und Prof. Dr. Constanze Rossmann statt. Diana Rieger hat seit April 2022 einen Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt auf Medienpsychologie, digitale Kommunikation und Rezeptions- und Wirkungsforschung am IfKW inne, Constanze Rossmann seit Oktober 2021 einen Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitskommunikation.

Die Antrittsvorlesungen stehen online auf LMU Cast zur Verfügung:

Antrittsvorlesungen von Constanze Rossman und Diana Rieger

Nach Begrüßungsworten des Dekans der Sozialwissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Klaus Goetz und des Institutsdirektors Prof. Dr. Casten Reinemann sprach Constanze Rossmann über aktuelle Herausforderungen der Gesundheitskommunikation. Dabei stellte sie aktuelle Forschungsprojekte vor und reflektierte diese kritisch entlang der Begriffe Evidenz, Unsicherheit und (Irr-)Rationalität. Gesundheitskommunikation sollte sowohl im Hinblick auf die kommunizierten Inhalte evidenzbasiert sein (inhaltliche medizinische Evidenz) als auch im Hinblick auf die Vermittlung (Theorie- und Evidenzbasierung der Botschaftsinhalte, Kanäle und Aufbereitung), ist dabei jedoch in mehrerlei Hinsicht von Unsicherheiten geprägt. Diese beziehen sich sowohl auf Unsicherheiten der medizinischen Evidenzlage, Unsicherheiten in der kommunikationswissenschaftlichen Evidenzlage zur Vermittlung, insbesondere auch zur Vermittlung von Unsicherheiten. Darüber hinaus gehen Modelle des Gesundheitsverhaltens in der Regel von individuellen rationalen Entscheidungen aus, die spontanes Verhalten und soziale Kontexte vernachlässigen. Dies weckt sowohl methodische als auch theoretische Bedarfe und macht das Potenzial von inner- und außerfakultären interdisziplinären Kooperationen deutlich.

Auch Diana Rieger gewährte in ihrer Antrittsvorlesung Einblicke in ihre aktuellen Forschungsprojekte. Sie gab zunächst einen Überblick über das Ausmaß an hassvoller Kommunikation im Internet und skizzierte einen möglichen Zusammenhang zur Möglichkeit, dass sich Personen durch die Beschäftigung mit extremistischen Inhalten online radikalisieren. Verschiedene Dimensionen von Radikalisierung lassen sich auch auf den Bereich der Online-Radikalisierung übertragen, vor allem in Bezug auf die mögliche Radikalisierung von Diskursen, die Radikalisierung in Kollektiven und die thematische Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Konflikten. Demnach können Radikalisierungsdynamiken online anhand von verschiedenen Indikatoren gemessen werden, die langfristig auch zur Vorhersage von hasserfüllten, radikalisierten Diskursen weiterentwickelt werden sollen oder Gruppendynamiken mitberücksichtigen. Extremistische Inhalte werden vielseitig dargestellt und bedienen sich unterhaltsamen Elementen, um wahrgenommen zu werden. Daraus ergibt sich, dass sie auch ähnlich überzeugend wie andere narrativ gestaltete Botschaften wirken können.

Diese Befundlage macht deutlich, dass sowohl im Bereich der Theoriebasierung, aber auch im Kontext präventiver Anhaltspunkte das Thema Online-Radikalisierung interdisziplinär erforscht und gedacht werden sollte.


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