Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW)
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Neue Perspektiven auf das Verhältnis von Populismus und Medien

Ein von Benjamin Krämer mit herausgegebener Sammelband bringt eine Vielfalt von Sichtweisen auf die Beziehung von Populismus und Medien und Beiträge aus verschiedenen europäischen und amerikanischen Ländern - darunter auch weitere aus dem IfKW - zusammen.

26.06.2020

Der Populismus ist nun bereits seit geraumer Zeit Gegenstand öffentlicher und wissenschaftlicher Diskussionen. Und auch dass er nicht völlig losgelöst von den Medien existiert, scheint klar: Populistische Persönlichkeiten und Bewegungen nutzen etwa die Medien gezielt für ihre Zwecke und greifen zugleich die etablierte Presse scharf an und versuchen sie auf alternativen Kanälen zu umgehen. Wissen wir nun schon alles über das Verhältnis von Populismus und Medien? Nein, denn obwohl sich diese Beziehung als Forschungsthema im Fach etabliert hat, bleiben noch viele Fragen offen, viele Aspekte wurden bisher nur angeschnitten, es sind noch viele neue und relevante Perspektiven auf das Thema möglich. Benjamin Krämer hat nun gemeinsam mit Christina Holtz-Bacha (Universität Erlangen-Nürnberg) einen Sammelband dazu herausgegeben, der die Vielfalt der Perspektiven auf jenes Verhältnis aufzeigt: Belebt der Populismus demokratische Diskurse oder verkehrt er sie ins Gegenteil? Ist Populismus eigentlich populär und wenn ja, in welchem Sinne, und wie verhält er sich zur Populärkultur? Was eint und was unterscheidet eigentlich die Kommunikation der AfD, lateinamerikanischer populistischer Führungspersönlichkeiten und Donald Trumps (und kann er überhaupt als echter Populist gelten)? Warum stellen populistische Führungspersönlichkeiten ganze Wissenschaftsgebiete wie die Geschlechter- oder die Klimaforschung infrage? Kann populistische Kommunikation humorvoll und satirisch sein? Der Sammelband bietet Überblicke und neue Überlegungen und Befunde zu populistischen Medieninhalten und populistischer Online-Kommunikation sowie ihren Wirkungen auf die Bevölkerung. Verschiedene Arten von Medieninhalten wie Fake News, humoristische und satirische Beiträge oder Memes werden ebenso diskutiert wie das Verhältnis des Populismus zu Demokratie und Medienfreiheit. Weitere Beiträge behandeln, wie populistische Regierungen in Mediensysteme eingreifen und wie populistische Strömungen auf Alternativmedien setzen. Auch das Verhältnis von populistischer Kommunikation zu Gender, Wissenschaft, Sozialpolitik oder Populärkultur wird analysiert. Einige Beiträge vollziehen auch einen Perspektivwechsel, indem sie sich zum Ziel setzen, Diskurse über Populismus in den Medien, antipopulistische Diskurse und populistische Medienfeindlichkeit zu verstehen. Der Band enthält mehrere Beiträge von Angehörigen des IfKW: Nayla Fawzi arbeitet die Merkmale rechtspopulistischer Medienkritik heraus und Carsten Reinemann gibt einen Überblick zu den Wirkungen populistischer Kommunikation auf die Bevölkerung. Benjamin Krämer systematisiert in seiner Einleitung verschiedene Perspektiven auf Populismus, die sich in der Wissenschaft und der Gesellschaft finden lassen, geht zusammen mit Magdalena Klingler der Frage nach, was rechtspopulistische Wissenschaftskritik gegenüber der Gender- und der Klimaforschung gemeinsam haben, und analysiert zusammen mit Katharina Lobinger, Rebecca Venema und Eleonora Benecchi, wie rechtspopulistische und neurechte Strömungen sich Memes angeeignet haben. Viele der Beitragenden fanden erstmals zusammen, als Benjamin Krämer ein Semester am Center for Advanced Studies der LMU verbrachte und zu einem Workshop zum Thema des Buchs einlud. Der Band ist nun gedruckt zu beziehen und über das Onlineangebot des Verlags digital zugänglich.


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