Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW)
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Stellungnahme des Instituts zur aktuellen Kontroverse um den Blog „Medienrealität“

Ende Mai gab es eine öffentliche Kontroverse um Beiträge, die auf dem Blog "Medienrealität" erschienen sind. Der Blog wurde von Prof. Dr. Michael Meyen betrieben, der am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der LMU als Hochschullehrer tätig ist. Ziel des Blogs war es, kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse in die Öffentlichkeit zu tragen und in das Gespräch mit der Zivilgesellschaft zu kommen. Die aktuelle Kontroverse zeigt die Schwierigkeiten, die mit diesen Zielen verbunden sind. Das Institut wird nun gemeinsam an einer Plattform arbeiten, die dem Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dient.

05.06.2020

Die theoretisch und methodisch anspruchsvolle, kritische Reflektion von Medienangeboten, Medienmacherinnen und -machern sowie Medienwirkungen nimmt in Forschung und Lehre am IfKW schon lange einen zentralen Platz ein. Das IfKW ist stolz auf die Vielfalt an Themen, theoretischen Zugängen und Methoden, die hier ihren Platz finden, auch wenn sich die Auffassungen und Sichtweisen der hier arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf gesellschaftliche Problemlagen wie die aktuelle Corona-Krise teils unterscheiden.

Wissenschafts- und Meinungsfreiheit sehen wir als fundamental an. Dies bedeutet auch, dass Professorinnen und Professoren aus gutem Grund von Weisungen weitgehend unabhängig sind. Von daher spiegeln namentlich gekennzeichnete Meinungen, Beiträge und Stellungnahmen einzelner Professorinnen und Professoren nicht immer eine einheitliche Sichtweise eines ganzen universitären Instituts wider.

Das Bekenntnis zur Werteordnung des Grundgesetzes ist am IfKW selbstverständlich und die Forscherinnen und Forscher hier beschäftigen sich auf vielfältige Weise auch mit den Bedrohungen und Herausforderungen der Demokratie. Wir begrüßen daher, dass Kollege Meyen in seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2020 einige Missverständnisse ausgeräumt hat. So verdeutlicht er seine Ansicht, dass beispielsweise Fake News, Hassrede und Verschwörungstheorien zwar durchaus als Kampfbegriffe verwendet werden können, gleichzeitig aber reale Phänomene beschreiben, die beispielsweise auf Rassismus zurückzuführen sind und zu gesellschaftlicher Spaltung und Ausgrenzung führen können. Ebenso begrüßt das Institut, dass die Stellungnahme auf das Problem des strukturellen Antisemitismus verweist und auf die Verantwortung, die sich aus der Katastrophe der Shoah auch für die Wissenschaft ergibt.

Wir hoffen nun, unsere Arbeit in Forschung und Lehre wieder mit voller Kraft aufnehmen zu können. Zu Wissenschaft gehört auch ein fruchtbarer Streit um Ergebnisse und ihre Interpretation im Sinne eines Ringens um das Richtige. Daraus ergeben sich häufig Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die wir institutsintern diskutieren, aber auch nach außen transparent machen, im Sinne aller Mitglieder des Instituts und unserer Studierenden.

Im Namen der Leitung des Instituts

Prof. Dr. Carsten Reinemann

Die Stellungnahme ersetzt die Stellungnahme des Direktoriums vom 25.5.2020.


Servicebereich