Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW)
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Wolfram Peiser mit akademischer Gedenkfeier gewürdigt

Das IfKW hat Wolfram Peiser am 15. Juli 2022 mit einer akademischen Gedenkfeier gewürdigt. Angehörige des Instituts und der sozialwissenschaftlichen Fakultät, wissenschaftliche Weggefährt*innen und Familienmitglieder gedachten des im letzten Jahr verstorbenen Professors.

15.07.2022

Das IfKW hat Wolfram Peiser am 15. Juli 2022 mit einer akademischen Gedenkfeier gewürdigt. Angehörige des Instituts und der sozialwissenschaftlichen Fakultät, wissenschaftliche Weggefährt*innen und Familienmitglieder gedachten des im letzten Jahr verstorbenen Professors.

Dr. Philipp Müller (Universität Mannheim) führte durch die Veranstaltung und der Direktor des IfKW Prof. Dr. Carsten Reinemann erinnerte an die akademischen Stationen des Verstorbenen und hob seine Leistungen in Forschung und Lehre hervor. PD Dr. Benjamin Krämer (derzeit Universität Greifswald), ebenfalls ehemaliger Mitarbeiter an Wolfram Peisers Lehrstuhl, verwies in persönlichen Anmerkungen auf dessen besonderes Wissenschaftsverständnis und darauf, wie sehr er sich in der Lehre und Betreuung für andere einsetzte.

Dr. Cornelia Wallner (LMU München) knüpfte an Peisers Devise des gründlichen Vergleichens und an seine wissenschaftlichen Interessen an, die sowohl Mediensysteme als auch Rezeptions- und Wirkungsforschung umfassten. In ihrem Vortrag stelle sie eine umfassende Literaturanalyse zur Frage vor, wie Merkmale von Mediensystemen die Muster von Mediennutzung bzw. Medienwirkungen prägen.

Prof. Dr. Carsten Reinemann beschäftigte sich mit der Frage, warum viele Menschen derzeit die "Meinungsfreiheit" in Deutschland als eingeschränkt wahrnehmen und stellte dazu Befunde verschiedener Studien vor, die in Seminaren und Masterarbeiten durchgeführt wurden. Dabei zeigte sich u. a., dass Menschen in der Regel sowohl an juristische als auch an soziale Normen denken, wenn sie nach "Meinungsfreiheit" gefragt werden.

Prof. Dr. Chistina Holtz-Bacha (Universität Erlangen-Nürnberg), an deren Mainzer Lehrstuhl Wolfram Peiser nach seiner Promotion tätig war, warf einen kritischen Blick auf die Lage der Medienfreiheit, wobei sie die oft besorgniserregende Entwicklung in europäischen Demokratien hervorhob. Mit vielen Beispielen und aktuellen Daten illustrierte sie die Breite der Bedrohungen, die sich keinesfalls auf direkte staatliche Eingriffe reduzieren lassen.

Schließlich knüpfte Prof. Dr. Klaus Schönbach (Zeppelin Universität Friedrichshafen und Universität Amsterdam), der Peisers Promotion in Hannover betreute, an ein überraschendes gemeinsames Forschungsthema an.
Klaus Schönbach erinnerte, wie Peiser und er den Zusammenhang zwischen dem Geburtszeitpunkt im Jahresverlauf und den Persönlichkeitsmerkmalen von Menschen analysierten, was sie allerdings nicht auf die Sternzeichen, sondern auf die je nach Jahreszeit variierenden Erfahrungen in den ersten Lebensmonaten zurückführten. Klaus Schönbach schloss daran an und präsentierte neuere Befunde zu ähnlichen Einflüssen auch auf die Mediennutzung.

Bei einem anschließenden Empfang konnten noch einmal Erinnerungen ausgetauscht werden und für die nächsten Monate stellten Benjamin Krämer und Philipp Müller auch das Erscheinen einer Gedenkschrift in Aussicht, in der die Genannten und andere akademischer Weggefährt*innen noch einmal aktuelle Forschung und Überlegungen präsentieren werden, die an Wolfram Peisers wissenschaftliche Schwerpunkte anknüpfen.

 


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