Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW)
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Analyse von Diskursen in Social Media (DaSoM)

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Projekttitel: Analyse von Diskursen in Social Media (DaSoM)
Projektleiter für das MünchenerTeilprojekt:
Prof. Dr. Christoph Neuberger
Projektmitarbeiterin:
Dr. Ines Engelmann

Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektpartner im Forschungsverbund:
Prof. Dr. Thorsten Quandt (Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Kommunikationswissenschaft)
Prof. Dr. Manfred Stede (Universität Potsdam, Institut für Linguistik)
Prof. Dr. Stefan Stieglitz (Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Wirtschaftsinformatik)

Ziel des Projekts:
Durch Social Media-Anwendungen wie Twitter, Facebook und Weblogs haben sich die Möglichkeiten der öffentlichen Kommunikation erweitert. Journalistische „Gatekeeper“ sind im Internet nicht mehr die zentralen Vermittler von Themen und Meinungen. Prinzipiell können sich nun individuelle und kollektive Akteure aller Art als Sprecher an öffentlichen Diskursen beteiligen. Dadurch verändern sich Prozesse und Strukturen der aktuellen Öffentlichkeit. Themenkarrieren und Meinungsbildung nehmen andere Verläufe als in den klassischen Medien. Viele Ereignisse der letzten Monate belegen dies, z.B. der Arabische Frühling, der Aufstieg der Piratenpartei oder die Plagiatsaffäre um den ehemaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg. Zugleich bietet das Internet für die Forschung ein höheres Maß an Transparenz. Digitale Texte lassen sich in großem Umfang automatisiert sammeln und auswerten.
Das Ziel des Projektverbunds besteht darin, solche automatisierten Verfahren zu entwickeln und zu evaluieren, um sie künftig komplementär bei der Beantwortung kommunika¬ti¬onswissenschaftlicher Fragen zu Online-Diskursen einsetzen zu können. Die quantitative Inhaltsanalyse als manuelle Standardmethode der Kommunikationswissenschaft ist sehr zeit- und kostenintensiv. Dies gilt nicht weniger für qualitative Verfahren der Diskursanalyse, die in anderen Sozialwissenschaften gebräuchlich sind. Um dieser Einschränkung zu begegnen, kooperieren im Rahmen des Verbundprojekts die beiden kommunikationswissenschaftlichen Partner mit Vertretern aus zwei weiteren Fächern, die unterschiedliche methodische Ansätze einbringen. Die Wirtschaftsinformatik ermöglicht das Sammeln großer Datenmengen aus verschiedenen Social Media-Anwendungen (Datentracking) und ist in der Lage, diese Daten mittels automatisierter Netzwerkanalysen zu strukturieren. Die Computerlinguistik verfügt über Methoden zur Analyse von Sentiments und Diskursqualitäten. Darüber hinaus wird ein automatisiertes Verfahren der Inhaltsanalyse weiterentwickelt, das auf induktiver Textklassifikation basiert. Ergänzend und evaluierend werden manuelle Verfahren eingesetzt. Insgesamt soll es damit möglich werden, öffentliche Diskurse auf der Mikro-, Meso- und Makroebene vielfältig und vergleichend analysieren zu können.

Laufzeit: 01. Mai 2012 bis 30. April 2015
Fördermittel für das Münchener Teilprojekt: 224.338,80 Euro (Gesamtfördersumme: 801.579,60 Euro)

Weitere Informationen:
http://www.social-media-analytics.org/

Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Neuberger
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Telefon: +49 89 2180-9424
E-Mail: neuberger@ifkw.lmu.de
http://www.ifkw.uni-muenchen.de/lehrbereiche/neuberger/index.html